ÜBER MICH & MEINE CAPS

„Hast du auch mal kein Käppi auf?“ Nerviger als die Frage an sich ist dieses eine, grässliche Wörtchen mit dem Ä, das ich hier jetzt nicht noch einmal tippen werde. Als selbsternannter Profi-Cap-Träger weiß ich sofort, dass der Fragende null Ahnung von der Materie hat und jegliche Kopfbedeckung dieser Art als Hmhmhm bezeichnet. Nicht mal der grandiose Frontstick oder der wunderschöne Sidepatch würden ihn je darauf bringen, dass es sich eher um ein stylisches Accessoire handelt als um eine schnöde Schädelhaube. Für ihn ist es einfach nur ein Hmhmhm (bestenfalls noch eine „Mütze“ gegen Wind und Wetter). Ich versuche dann auch nicht, der Person zumindest die Basics des Cap-Einmaleins beizubringen – ich bekehre niemanden. Nie bin ich es, der ein Gespräch auf das Thema Caps bringt. Ach ja: Ich habe tatsächlich fast nie kein Hmhmhm auf. Nur bei Beerdigungen, Hochzeiten oder ähnlich gewichtigen Anlässen verzichte ich darauf. Jeden Tag verschönt ein anderes Schmuckstück mein Haupt. Jeden Tag ein anderes Team, eine andere Farbkombi – aber immer von MLB-/MiLB-Klubs oder dem Hamburger Kult-Label Just Fitteds (das mit den gekreuzten Keulen). Und es sind ausschließlich gefittete Modelle, also die hinten geschlossenen, in den Größen 7 3/8 und 7 1/2. One size fits all bzw. Snap- oder Strapbacks kämen mir nie ins Haus. Der Visor darf maximal ganz leicht angebogen sein. Und ja: Ich lasse den Größensticker meistens drauf! Andere (selbsternannte) Profi-Cap-Träger verachten mich dafür. Für beides. Aber egal.

Mein erstes Cap hatte ich mir Anfang der 90er-Jahre gekauft, ganz pragmatisch zum Autofahren in meinem Jeep Wrangler. Wenn man da das Softtop abnahm, um offen zu fahren, wurde es extrem zugig. So war der Grundstein meiner späteren Sammlung ein schwarzes NFL-Cap der Washington Redskins. Bis ich 1995 das erste Mal in die USA reiste, gab es nur vereinzelt nicht weiter nennenswerte Neuzugänge. Doch nach meinem ersten MLB-Spiel (Indians@White Sox) waren Leidenschaft und Sucht erwacht. Zunächst jagte ich ausschließlich Indians-Caps und seit den 2000ern stehen alle MLB-Clubs auf meiner Liste. Es geht mir um den Baseball-Sport an sich, nicht um ein einzelnes Team. Wobei ich natürlich meine Favoriten habe: Astros, Blue Jays, Dbacks und Indians/Guardians sowie Chihuahuas und Isotopes. Heute sind es rund 600 Caps, die ich alphabetisch nach Teams geordnet in transparenten Schuhboxen lagere. Immer maximal sechs Stück pro Box. Auf- und nebeneinander gestellt, ist daraus mittlerweile so etwas wie eine 3 mal 1,80 Meter große Schrankwand geworden. Allein die Optik dieser WALL OF CAPS ist imposant und wunderschön zugleich, wie ich finde (meine Frau allerdings nicht, obwohl ihr einziges eigenes Cap auch darin liegen darf). Jetzt, im fortgeschrittenen Alter von Mitte 50, habe ich das Jagen und Sammeln zurückgefahren. Es sind einfach zu viele geworden und die meisten werde ich bis zu meinem Ableben, ob übermorgen oder in zwanzig Jahren, nie aufsetzen. Aber ums Tragen geht’s ja primär auch gar nicht – sondern ums Entdecken, Kaufen, Besitzen, Sortieren und Bewundern.

Das Erstellen dieser Website war nicht dazu gedacht, zu zeigen, was für eine tolle Sammlung ich habe – innerhalb der Szene bin ich, was Stückzahlen und Wertigkeit einzelner Exemplare betrifft, ein kleiner Fisch. Da gibt’s Jungs (und auch Girls) in aller Welt, die tausende Caps und unzählige hochpreisige Sammlerstücke besitzen. Die würden maximal einen flüchtigen Blick für meine paar Hmhmhms übrighaben. Mir ging’s vielmehr darum, für mich selbst einen strukturierten Überblick in nettem Design zu schaffen. So was wie einen virtuellen Showroom, wie ein Online-Schaufenster für meine Schätze. Deshalb verzichte ich auch auf Suchmaschinen-Optimierung sowie Postings in den Social-Media-Kanälen. Mir reicht‘s, wenn diese Seite in meinem erweiterten Bekanntenkreis und sportlichen (Baseball-)Umfeld ein paar Leute fände, die sie einfach nur altmodisch-analog mögen würden  ganz ohne Click rates, Comments oder Likes.